Plakatgestaltung
Studio Sirup

2019

Wer regiert den Kreis 5?

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Detailprogramm

WER REGIERT DEN KREIS 5?

Die verschiedenen «Regierungen» in den letzten 25 Jahren.

Ich bin nun seit 25 Jahren hier im Kreis 5 als Weinhändlerin tätig. Ich möchte durch eine kleine Zeitreise die verschiedenen «Regierungen» im Kreis 5 anhand von persönlichen Erlebnissen und Eindrücken erzählen.

Kleingewerbe, Restaurants und Läden = Arbeiterkreis

Eigentlich verkehrte ich schon als junge Frau im Kreis 5. Nämlich im damaligen Jugendzentrum Drahtschmidli beim Platzspitz und in der Gewerbeschule an der Ausstellungsstrasse. Innerhalb der Kunstgewerbeschule - dies war mein Radius - aussteigen am Bahnhof Letten, über die Brücke ins Schulhaus, über Mittag im Park beim Schulhaus ein Brötli essen oder in der Silberkugel ein «Beefi» spachteln. Wieder Schule, danach ab zum Bahnhof Letten und nach Hause. Der Samstag gehörte dem Ausgang in Zürich zum Tanz ins Drahtschmidli. Den Kreis 5 nahm ich damals als einen sehr abgesonderten Kreis von der übrigen Stadt wahr. Ein richtiges Arbeiter- und Kleingewerbegebiet. So richtig hinter den «sieben Gleisen». Aber ich liebte diese Atmosphäre. Der Wohn- und Arbeiterkreis «regiert».

Die «bewegten» und tollen Jahre = Wohlgroth und Aufbruch

Kurz darauf kam eine neue, wichtige Dimension in mein Leben dazu. Zunehmend persönliche Politisierung und die Frauenbewegung. Vermehrt verkehrte und arbeitete ich im Frauenzentrum an der Mattengasse im Kreis 5. Auch privat in vielen damaligen Beizen und Clubs im Kreis 5. Das Leben und der Aufbruch «regiert».

Die «Wechseljahre» = Drogen, Prostitution und Nachtleben

Ein Traum wurde wahr, als ich im Jahre 1995 meine eigene Weinhandlung an der Ackerstrasse im Kreis 5 eröffnen konnte. Mir war absolut bewusst, dass ich in eine schwierige Zeit bzw. einen schwierigen Arbeitsort auswählte. Mein Motto lautete: Frau/Mann soll nicht fliehen, sondern mit Arbeit und Wohnen Präsenz markieren. Die ersten Jahre waren alles zusammen: aufregend, bunt, dörflich und schwierig. Oft war ich eine Auskunftsstelle ob man ungefährdet in den Kreis 5 kommen kann wegen den Drogen-Leuten. Doch die Neugier eine Weinhändlerin zu sehen und zu testen obsiegte. Der Kreis 5 erwies sich als eine gute Wahl. Die Kunden kamen mehr und mehr. Ich persönlich fühlte mich wie in einem kleinen Dorf. Man stellte sich persönlich vor und geschäftete auch untereinander. Alt, Jung, Schweizer und Nichtschweizer. Super.

Die «Wechseljahre»: schleichend aber stetig verschwanden die alten, traditionellen Beizen und Gewerbe wie Coiffeur, Kunstschmiedewerkstatt usw. Es kam eine neue Form von Bordellen und Prostitution ins Quartier und in die Wohnhäuser. In völlig überzahlte Studios. Unten auf der Strasse wartete die schwarze Limousine mit dem Zuhälter. Dies alles vis-à-vis von meiner Weinhandlung. Schleichend aber stetig kamen und kommen die Immobilienfirmen mit ihren Architekt*innen und entern Häuser um Häuser. Das uferlose Nachtleben «regiert».

Die jetzigen Jahre = Gross-Bauprojekte, neue Wohnlichkeit und Widerstand

Die jetzigen Jahre empfinde ich als ein grosses Auf und Ab. Einerseits die riesigen Bauprojekte der SBB und von anderen Firmen. Andererseits das mutige und wichtige Entgegentreten vieler Quartierbewohner um solche Projekte zu entschärfen bzw. Quartier gerechter einzufordern. Diese Anteilnahme und aktive Teilnahme bestärkt mich sehr, dass vieles im Kreis 5 nicht einfach hingenommen wird und als gegeben hingenommen wird. Nicht alles ist machbar! Diese Wachheit und dieses Engagement vieler Leute im Kreis 5 tut gut. Wachheit und Widerstand «regiert» - hoffentlich!

MARIA BÜHLER, früher in der Frauenbewegung aktiv und mit eigener Sendung auf Radio Lora, konzentriert sich seit 1995 auf ihre eigene Weinhandlung. Diese betreibt sie im Kreis 5 und ist spezialisiert auf Weine von kleinen Gütern. Das Röntgenplatzfest bezieht seit vielen Jahren einen Teil der an den Fest-Bars servierten Weine von ihr.

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August
2019

(SP-Nationalräte)

Min Li Marti und Angelo Barrile

Der Rolling Stone schreibt: «Längst ist ja zumindest einschlägigen Kreisen geläufig, dass Hank Shizzoe der beste Roots-Rock-Songwriter und Gitarrenstilist ist, der nicht aus den USA kommt. Und dass er selbst dann noch zumindest einer der besten wäre, käme er doch aus dem gelobten Land.» Hank Shizzoe gastiert zusammen mit seiner Live-Band - Simon Baumann (Stephan Eicher) - Schlagzeug, Electronics, Tom Etter (Züri West) - Gitarre, Gesang und Michael Flury (Sophie Hunger) – Posaune am Freitag 23. August 2019 am Röntgenplatzfest zu Zürich. Im Gepäck die aktuelle, fünfzehnte CD «Steady As We Go».

Hank Shizzoe Quartet

Seit 10 Jahren klimpern und hämmern die Ruins in Luftschutzbunkern und Kneipen ihre Songs raus. Angefangen haben sie als gemütliches Folk-Trio, anschliessend wurden die Gitarren unter Strom gesetzt und heute brennt so ziemlich die ganze fünfköpfige Band.
The Ruins präsentieren eine feine Selektion ihrer Stücke und lassen es mit den vor kurzem aufgenommenen und bald erscheinenden neuen Songs richtig krachen.

The Ruins
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August
2019

Auch in diesem Jahr wird am Nachmittag das Kinder- und Jugendprogramm von der OJA Kreis 5 und des Kindertreffs Viadukt gestaltet. Dieses Jahr unter dem Motto, wenn Kinder und Jugendliche den Kreis 5 regieren.

Meinungen und Regeln von Kindern Jugendlichen

Was wären deine Regeln, wenn du regieren würdest? Wie würde der Kreis 5 aussehen? Was wäre dein politisches Motto? Wir bauen gemeinsam ein Modell vom Kreis 5. An der Plakat- und Tagwand kannst du deine Meinung mitteilen. Mach ein ausdruckstarkes Foto von dir mit deinen wichtigsten Aussagen. Nimm auf dem „Regierungssitz“ Platz und politisiere.

Wir vom Kindertreff Viadukt und der OJA Kreis5 & Planet5 freuen uns auf euch.

Programm vom Freitag 23.August 2019
Für Jugendliche
19-22 Uhr gemütliches Beisammensein, auf dem „Regierungssitz“ verweilen und auf dem Feuertonnen-Grill selber grillen.

Programm vom Samstag 24.August 2019
Für Klein und Gross
15.00 – 18.00 Uhr Basteln, Verkleiden, Schreiben, Malen, Fotos machen und politisieren.

Kinderstrasse und Jugendprogramm der OJA K5

Geld regiert die Welt, aber nicht den Kreis 5. Den Entwicklungen der vergangenen Jahre und den damit verbundenen Befürchtungen zum Trotz, hat jede*r zweite stimmberechtigte Bewohner*in des Wahlkreises 4/5 in den kantonalen Wahlen Ende März ihre/seine Stimme der AL, den Grünen oder der SP gegeben. Der Wahlkreis 4/5 bleibt somit unverändert der linkste Wahlkreis im Kanton Zürich und nimmt auch im nationalen Vergleich eine Spitzenposition ein. Es erstaunt nicht, dass die Gesellschaft im Kreis 5 seit jeher Solidarität und Offenheit in einer beispiellosen Konsequenz und Selbstverständlichkeit lebt und dass hier alle dazugehören, unabhängig von Aufenthaltsstatus, Alter, sexueller Orientierung, Geschlecht, Hautfarbe oder finanziellen Mitteln. So wird aktiv Widerstand geleistet, wenn langjährig ansässige Geschäfte und Kulturorte von Grosskonzernen bedrängt und durch Mietzinserhöhungen verdrängt werden oder wenn langjährige Bewohner*innen des Kreis 5 im Zuge von Mietzinserhöhungen gezwungen sind, das Quartier zu verlassen. Man darf guter Dinge sein, dass die Bevölkerung im Kreis 5 im kommenden Herbst auch die 360 Menschen willkommen heissen und in die Gesellschaft integrieren wird, welche im Bundesasylzentrum Duttweiler-Areal zumindest vorübergehend bewohnen werden, obwohl (oder gerade weil) sich diese Menschen in vielerlei Hinsicht von den durchschnittlichen Neuzuzüger*innen in Zürich West unterscheiden.

Die Bewohner*innen von Kreis 5 trotzen vehement der Gentrifizierung und verweigern sich einem Diktat des Geldes. Wenn nicht Geld den Kreis 5 regiert, wer oder was regiert den Kreis 5 dann? Sind es gemeinsame Werte wie Solidarität und Offenheit? Kann und will die Bevölkerung im Kreis 5 überhaupt regiert werden oder regiert sie sich - äusserst erfolgreich - selbst?

Wir diskutieren diese wichtige Machtfrage am Röntgenplatzfest mit Menschen, die im Kreis 5 wohnen, arbeiten, in ein Parlament gewählt sind oder auf andere Art mit dem Kreis 5 verbunden sind.

Podiumsgespräch mit: Ezgi Akyol (Gemeinderätin der AL), zwei Schülerinnen der Sekundarschule Limmat, Christoph Gysi (Präsident Vereinigung Kulturmeile Zürich West und ehemaliger Inhaber Restaurant les halles), Elin Braun (Geschäftsführerin Chornlade und Mitglied Forum 5im5i).
Moderation: Simon Jacoby (tsüri.ch)

Wer regiert den Kreis 5?

Die leidenschaftliche Sängerin und Songschreiberin JoElle aus Zürich, liefert in ihren Reggae-Songs eine beneidenswerte Lebenslust, duelliert sich mit Vergangenheit und Zukunft und nistet sich mit ihrer typischen rauchigen, souligen Stimme im Ohr ein. In Jo Elle schlummert ein Energie-Koloss, der auf der Bühne gänzlich zum Vorschein kommt. Neu gemeinsam mit der neunköpfigen Reggae-Band The Mighty Roots unterwegs bietet sie live wie auch auf ihrem kommenden zweiten Album «Soul Journey» schmackhafte Sound-Bites aus ihrem neu gewonnenen Spektrum als Sängerin und Live-Performerin. Mit Vorbildern wie Etana, Queen Ifrica oder Nneka im Seitenwagen jammt sich Jo Elle als Musikerin durch die Musiklandschaft.

Mit Soul im Herzen und ihrer Liebe zu Reggae im Fokus. We’re jammin’, we’re one.

Jo Elle & The Mighty Roots

Der 26-jährige Zürcher Julian Pollina, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Faber, wird am Samstagabend das Publikum begeistern. Nach seinem erfolgreichen Album “sei ein Faber im Wind”, wird im November das neue Album erscheinen. Es sei ein Album geworden, auf dem sich Faber mit einem hysterischen Lachen als präziser Chronist gesellschaftlicher und privater Notlagen präsentiert. So findet der Chansonnier zu aufrüttelnden, ergreifenden Songs wie der ersten Single, »Das Boot ist voll«. Die Lieder sind ein Spiegel der Gesellschaft, sind aber gleichzeitig auch die persönlichen Befindlichkeiten vom Musiker. Mit guten Texten und guter Musik, weiss er sein Publikum zu begeistern.

Faber

Wenn Fantarainer und Mick Memphis Musik machen dann sind sie alles - ausser berechenbar. So werden sich am Samstagabend die Helden der Musikgeschichte auf dem Röntgenplatz die Klinke in die Hand geben. Ohne Rücksicht auf Genre oder Dekade. Von Soul zu Funk, von Rock zu Punk, und vorallem von Hit zu Hit wird mitgesungen und mitgetanzt. 

Mick Memphis legt seit Jahren in diversen Zürcher Clubs auf - wie der Name vermuten lässt kommt der Rhythmus gerne auch mal aus den Südstaaten der 60er oder sonst aus aller Welt. Fantarainer lebt Musik durch und durch und ist neben DJ auch als Gitarrist in diversen Bands tätig, unter anderem für Asleep., Timothy Jaromir und Skor. Zusammen werden die beiden Mitglieder des Bastard DJ Kollektivs für viel Lärm und einen verschwitzten Ausklang des Festes sorgen - garantiert! 

DJ Mick Memphis & Fantarainer